Eine kürzlich von den nordbayerischen Industrie- und Handelskammern herausgegebene Studie zum Status Quo der Industrie 4.0 in Nordbayern zeigt, dass die Region, in der auch der Deutschland-Hauptsitz des innovationszentrums für industrie 4.0 liegt, zu den nationalen Spitzenregionen hinsichtlich der Industrie-4.0-Affinität zählt. Obwohl sich im deutschlandweiten Vergleich überdurchschnittlich viele Unternehmen aus Nordbayern intensiv mit den Auswirkungen der Digitalisierung beschäftigen, gaben rund zwei Drittel der, an der Studie beteiligten, Unternehmen an, noch keine systematischen Schritte zur Umsetzung von Industrie 4.0 unternommen zu haben. Dabei zeichnet die Studie unter den 354 größtenteils Klein- (40,1 Prozent) und mittelständischen Unternehmen (41,5 Prozent) ein Bild, das sich aus unseren Erfahrungen auch überregional bestätigt.

Zwar existieren viele bereits weitentwickelte Lösungen zur Digitalisierung der Industrie, jedoch sind diese häufig auf finanzstarke Großkonzerne ausgerichtet. Auf dem Markt für innovative Industrie 4.0-Lösungen tummelt sich eine rasant wachsende Zahl junger Technologie-Start-ups, die um die Gunst der „Großen“ buhlen. Kleinen und mittelständischen Betrieben bleibt daher oft nur, auf die Kreativität ihrer eigenen Mitarbeiter zu setzen oder bereits entwickelte Lösungen für viel Geld an die eigene Produktion anzupassen. Neben den vieldiskutierten Hindernissen auf dem Weg zur Industrie 4.0, wie der fehlenden Breitbandinfrastruktur in vielen Regionen Deutschlands oder dem schlichtweg fehlenden Know-how, bremst dieses strukturelle Problem derzeit die Digitalisierung teilweise aus.

Dennoch ist die Digitalisierung in der Fertigung auch für KMU eine Chance: Die Effizienz kann gesteigert werden, zusätzliche Umsätze können durch datengetriebene Dienstleistungen generiert werden und neue Technologien können dem Mitarbeiter helfen, Effizienzniveaus zu erreichen, die vorher nicht möglich waren. Jeder sollte sich das, für sich passende aus dem Themenkomplex herausnehmen: Für den einen beinhaltet Industrie 4.0 die Möglichkeit, Logistikprozesse zu optimieren und Fehler zu minimieren, für den anderen die Durchlaufzeit zu reduzieren. So lautet die Devise für viele KMU: Klein anfangen und Schritt für Schritt die Produktion digitalisieren.

Lesen Sie zu diesem Thema auch das Interview mit Philipp Ramin (CEO Europa & Co-Founder des innovationszentrum für industrie 4.0), das in der März-Ausgabe des IHK-Magazins „Wirtschaft Konkret“ der IHK Regensburg erschienen ist.

WIKO_03_2017

 

Simon Jag

Posted by Simon Jag

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