Dass das Internet of Things kein Thema von kurzer Halbwertszeit ist und den Buzzword-Status bereits überschritten hat, ist in der breiten öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Nachdem wir Menschen längst einen beachtlichen Teil unserer Persönlichkeit und unseres Soziallebens in das Internet transferiert haben, treten nun vermehrt physische Objekte den Weg in die virtuelle Welt an. Diese smarten Gegenstände erhalten nach und nach Einzug in unseren Alltag. Fitnesstracker, intelligenter Wohnraum, Connected Car und viele weitere Anwendungsbeispiele verbinden die analoge, physische Welt auf intelligente Art mit der virtuellen. Gegenstände kommunizieren ohne menschliches Zutun untereinander und bieten dem Nutzer viele zusätzliche Dienstleistungen. Experten sind sich einig: die Wertschöpfungs- und Produktivitätspotenziale, die durch das Internet of Things entstehen, nehmen immense Dimensionen an.

Viele Unternehmen beobachten daher genau, was rund um das Thema Internet of Things geschieht und versuchen Auswirkungen auf ihr bestehendes Geschäftsmodell frühzeitig zu erkennen. Dadurch Rückschlüsse zu gewinnen, auf welche Technologien gesetzt werden sollte, welche Kompetenzen aufzubauen sind und wie sich Produktionsstrukturen verändern müssen um den Anschluss an die Konkurrenz zu halten.

Ein wichtiger Punkt, dem sich sowohl Unternehmen als auch Privatleute bewusst sein sollten und der bei der Debatte um das Internet of Things oft zu kurz kommt, ist die zunehmende Relevanz von Entscheidungen im Hinblick auf das Verhältnis zu anderen (Geschäfts-) Partnern. Wenn zukünftig keine stupiden Gegenstände, sondern Kombinationen aus intelligenten Produkten – die schnell lernen unsere Gewohnheiten und Bedürfnisse zu erkennen und zu prognostizieren – und nachgelagerten Dienstleistungen, gekauft werden, sollten Kaufentscheidungen gewissenhaft getroffen werden. Denn neben all seinen zweifellos positiven Effekten eröffnet das Internet of Things auch ganz neue Wege, Konsumenten in Lock-in-Situationen zu drängen. Also gezielt Situationen zu schaffen in denen der Kunde aufgrund von aufgebauten Wechselbarrieren nicht mehr oder nur unter hohen Kosten Produkt oder Anbieter wechseln kann. Um die Gefahr solcher Situationen frühzeitig erkennen zu können wird der Informationsbedarf für Kunden künftig steigen.

Ein wesentlicher Bestandteil für eine erfolgreiche Umsetzung von Internet of Things Produkten liegt daher unserer Ansicht nach in Einfachheit und Verständlichkeit. Denn der Aufwand, sich ausreichend über smarte Produkt-/Dienstleistungskombinationen zu informieren, darf deren Nutzen nicht übertreffen.

Mit diesem Beitrag beteiligt sich das innovationszentrum für industrie 4.0 an der Blogparade (#data4IoT), die vom Softwareunternehmen SAS initiiert wurde.

Simon Jag

Posted by Simon Jag

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  1. […] Transformation, der sich alle Shareholder stellen müssten. Ähnlich sieht das Simon Jag vom I4.0-Portal, der offenen Plattform des Innovationszentrums für Industrie 4.0: Er postuliert „Keep it […]

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